Zuschuss / Darlehen zum Kauf bzw. zur Adaptierung eines Kfz

Stellen, die Zuschüsse / Darlehen gewähren (Kostenträger)

  • Sozialministeriumservice (Landesstellen)
  • Sozialversicherungsträger (zB Pensionsversicherungsanstalt - PVA)
  • Unfallversicherungsanstalt
  • Amt der Landesregierung
  • Bezirkshauptmannschaften / Magistrat
  • Arbeiterkammer (AK)

(1) PVA: Zinsenloses Darlehen zum Ankauf oder zur Adaptierung eines Personenkraftwagens

Förderung zur Steigerung der Mobilität im Rahmen der Sozialen Rehabilitation (ASVG)

Gesetzliche Grundlagen:
  • Richtlinien für die Erbringung von Leistungen im Rahmen der Rehabilitation sowie von Leistungen zur Festigung der Gesundheit und der Gesundheitsvorsorge (RRK 2005)
  • Richtlinien für die Erbringung von Leistungen der Rehabilitation und Gesundheitsvorsorge nach den §§ 300-307f ASVG (RGVRL-PVA)
Voraussetzungen:

Aufgrund der Behinderung ist für den/die Antragsteller*in die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel und (oder) die zu Fuß zurückzulegende Wegstrecke für die Erreichung des Arbeitsplatzes nicht zumutbar

Auch Bezieher*innen einer befristeten Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension sowie Beziehern einer Waisenpension kann unter Umständen die Hilfe zum Ankauf/ zur Adaptierung des PKW gewährt werden.

Darlehensobergrenze bzw. Zuschussobergrenze:

Es gibt ein Limit bezüglich Kaufpreis und Darlehenshöhe. Sind aufgrund der Behinderung Umbauten notwendig, kann der Darlehensbetrag bzw. der Zuschuss den Grenzbetrag auch übersteigen. Für die behindertungsbedingten Umbauten hat der Antragsteller jedoch einen Kostenvoranschlag einzuholen.

Das Nettoeinkommen des Antragstellers/der Antragstellerin darf einen bestimmten Grenzwert nicht übersteigen.

Auf das Darlehen sind Zuschüsse anderer Rehabilitationsträger (wie zB Sozialministeriumservice, Magistrate, Landesregierung), verfügbare Eigenmittel sowie ein Altwagenerlös anzurechnen.

Die Darlehens-Laufzeit  beträgt 5 Jahre. Eine Sicherstellung durch Bürgschaftserklärung bzw. Bankgarantie ist verbindlich vorgeschrieben.

Auf die Förderung besteht kein Rechtsanspruch!

TIPP!Übernahme der Taxikosten für Versicherte mit Behinderung zur Bewältigung der Wegstrecke zwischen Wohnort und Arbeitsplatz, wenn aufgrund der Behinderung die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel und eines eigens adaptierten PKWs nicht möglich ist.

(2) Sozialministeriumservice: Zuschuss bei Anschaffung eines Kraftfahrzeuges

Mobilitätsförderung siehe Mobilitätsförderungen (sozialministeriumservice.at)

(2.1) Gesetzliche Grundlagen:
  • Behinderteneinstellungsgesetz (BEinstG), § 6 Abs 2 lit f
  • BMASK Richtlinien Individualförderungen zur Beruflichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung, GZ: 44.101/0037-IV/A/6/2012
(2.2) Förderbarer Personenkreis:

Definition Personenkreis: Grad der Behinderung von mindestens 50%. Das sind Personen, die begünstigt behinderte sind, dem Personenkreis nach § 10a Abs 2 BEinstG eingeschränkt auf einen GdB von mindestens 50% sowie § 10a Abs 3 und 3a BEinstG angehören.

(2.3) Voraussetzungen:
  • Zugehörigkeit zum Personenkreis der begünstigt Behinderten (ausgenommen: Schüler ab 15 Jahren, Studenten)
  • aus behinderungsbedingten Gründen ist die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel nicht zumutbar - Nachweis: Behindertenpass mit entsprechender Zusatzeintragung
  • Kfz wird für die Suche nach einem Arbeitsplatz bzw. für den Antritt oder die Ausübung einer Erwerbstätigkeit benötigt
  • Unterschreitung der Einkommensgrenze von € 3252,00 monatlich (Wert 2021, 12-fache Ausgleichstaxe - € 271,00) Erhöhung der Einkommensgrenze um 10% für jede Person, für die der Antragsteller sorgepflichtig ist
  • Antragsteller*in besitzt eine Lenkerberechtigung oder mit dem Kfz werden überwiegend die für den/die Antragsteller*in notwendigen Fahrten durchgeführt
  • Kfz-Rechnung u. Zulassung lautet auf den Namen Antragsteller*in
(2.4) Maximale Zuschusshöhe:

bei Kauf eines Neuwagens: maximal € 2.439,00  (Wert 2021, 9-fache Ausgleichstaxe - € 271,00). Der Zuschuss kann um den für die behindertengerechte Ausstattung des Kfz anfallenden Betrag erhöht werden. Für Leasing-finanzierte Kfz erfolgt eine gesonderte Berechnung.

(3) Gemeinsame Bestimmungen zur Förderung von PVA und Sozialministeriumservice

Empfohlen ist eine gleichzeitige Antragstellung beim Sozialministeriumservice und beim zuständigen Sozialversicherungsträger. Diese leiten das Ansuchen an alle Stellen weiter, die Zuschüsse und Darlehen gewähren.

Der Antrag auf Gewährung einer Beihilfe für den Ankauf bzw. die Adaptierung eines Kfz kann maximal alle 5 Jahre - gerechnet von Zulassungsdatum zu Zulassungsdatum — gestellt werden.

ACHTUNG! Um eine Ausnahmegenehmigung kann angesucht werden, z.B.bei Totalschaden oder bei irreparabler Beschädigung des Kfz ohne eigenes Verschulden.

Mehr Informationen direkt beim Sozialministeriumservice oder bei der PVA.

(4) Arbeiterkammer (AK)

Beispiel: AK Oberösterreich: Mobilitätshilfe

Einmaliger Zuschuss zum Erwerb bzw. behindertengerechten Umbau eines PKW innerhalb eines Zeitraumes von 5 Jahren. Der formlose Antrag ist schriftlich bei der AK OÖ einzubringen.

Voraussetzungen:

  • AK-Mitglieder, die das Kfz aufgrund ihrer körperlichen Einschränkung zum Erreichen ihres Arbeitsplatzes bzw. der Ausbildungsstätte ihres behinderten Kindes benötigen
  • Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels ist aus behinderungsbedingten Gründen nicht zumutbar
  • Anschaffung bzw. Umbaumaßnahme ist medizinisch und sozial notwendig - als Nachweis gilt: Gewährung einer Unterstützung durch eine Gebietskörperschaft und/oder eines Sozialversicherungsträgers
  • 1maliger Zuschuss innerhalb von 5 Jahren

Weitere Informationen zur Mobilitätshilfe sowie zur Zuschusshöhe direkt bei der AK OÖ; siehe auch: AK Mobilitätshilfe | Arbeiterkammer Oberösterreich

TIPP! Direkt bei der Arbeiterkammer in den Bundesländern nachfragen, ob diese auch eine Mobilitätshilfe für Menschen mit Behinderungen gewähren.

Quellen

Stand: 26.11.2021