Integrationsbeihilfe

ACHTUNG! Mit 1.1.2012 löste das AMS die Integrationsbeihilfe des Bundessozialamtes ab und bietet diese als Eingliederungsbeihilfe und Lehrstellenförderung an. Betrifft alle Förderanträge von Betrieben, die im Rahmen neuer Dienstverhältnisse ab 1.1.2012 beim AMS neu gestellt werden.

Bei Zuschüsse für alle vor dem 1.1.2012 neu begründeten Dienst- und Lehrverhältnisse sind die Fördervorausetzungen nach den RBI (GZ 44.101/0055-IV/6/2008 anzuwenden. Das Bundessozialamt (seit 1.6.2014 Sozialministeriumservice) ist weiterhin für alle Folgeanträge zu bereits bestehenden Förderungen betreffend Integrationsbeihilfe zuständig.

Fördervoraussetzungen Integrationsbeihilfe:

Gesetzliche Grundlagen:

  • Behinderteneinstellungsgesetz (BEinstG), § 6 Abs 2 lit c
  • Richtlinien zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung (RBI), GZ: 44.101/0055-IV/6/2008 - gültig ab 1.7.2008
  • NEU! BMASK Richtlinien Individualförderungen zur Beruflichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung, GZ: 44.101/0037-IV/A/6/2012 - gültig ab 1.7.2012. TIPP! Zum Download auf: http://www.bundessozialamt.gv.at/ Pfad: Downoads & Formulare - Gesetzestexte und Richtlinien - Richtlinien/Behinderung und Arbeitswelt.
  • BMASK: Richtlinien zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung (RBI) [GZ: 44.101/0055-IV/6/2008] - Punkt 5.4 anzuwenden auf bis zum 31.12.2011 neu begründete Dienst- und Lehrverhältnisse

Zuschuss zu den Lohnkosten für nicht in Beschäftigung stehende Menschen mit Behinderung zur Erlangung eines Arbeitsplatzes. Förderbarer Personenkreis gem. Punkt 2 Abs 2 RBI: Menschen mit einer körperlichen, seelischen, geistigen Behinderung oder einer Sinnesbehinderung (inkl. lernbehinderte sowie sozial und emotional gehandikapte Jugendliche zwischen dem 13. und vollendeten 24. Lebensjahr).

Dem Dienstgeber kann für denselben Dienstnehmer eine Integrationsbeihilfe in der Regel nur bei erstmaliger Begründung des Dienstverhältnisses gewährt werden. Ausnahmen:

  • Unterbrechung des Dienstverhältnisses von mindestens 2 Jahren oder
  • Unterbrechung ist auf eine im Rahmen der beruflichen Rehabilitation absolvierte und vom AMS oder einem anderen Rehabilitationsträger geförderte Umschulung zurückzuführen.

Integrationsbeihilfe für ein befristetes Dienstverhältnis, wenn die Eingliederung der nicht in Beschäftigung stehenden Person in den Arbeitsmarkt nur im Wege eines solchen Dienstverhältnisses erreicht werden kann. Integrationsbeihilfe für die Besetzung eines Saisonarbeitsplatzes: Wiedereinstellung muss beabsichtigt sein und der Bestand des Dienstverhältnisses erscheint innerhalb eines Zeitraumes von 2 Jahren für 12 Monate als gesichert.

Zuschussdauer: maximal 1 Jahr; für Personen bis zum vollendeten 24. Lebensjahr maximal 2 Jahre (Verlängerung 2. Jahr über Antrag nur in begründeten Fällen)

Konkrete Höhe der Förderung bestimmt sich innerhalb der maximal zulässigen Höhe nach: der Dauer der vorangegangenen Nichtbeschäftigung; dem Alter des betroffenen Dienstnehmers; nach der Art des abgeschlossenen Dienstverhältnisses (befristet oder unbefristet)

Leistungen anderer Rehabilitationsträger sind in die Förderung einzurechnen. Ab 1.1.2011: Stellt ein Unternehmen mit weniger als 25 Arbeitnehmern Menschen mit Behinderung neu ein, kann vom Bundessozialamt eine um 25% höhere Integrationsbeihilfe gewährt werden.

Auf die Gewährung der Förderung besteht kein Rechtsanspruch.

Folgendes hat der Dienstgeber dem Bundessozialamt zu melden:

  • Beendigung des Dienstverhältnisses
  • alle Umstände, die sich auf die Höhe der Integrationsbeihilfe auswirken

Integrationsbeihilfe an Gemeinden/Gemeindeverbände: Lohnförderungen für Gemeinden oder Gemeindeverbände bei Neueinstellung von Arbeitsuchenden mit Behinderung.

Voraussetzungen:

  • Ein Dienst- oder Lehrverhältnis mit einem arbeitslosen Menschen mit Behinderungen wird neu begründet und
  • für Gemeinden: mindestens 2 Jahre zuvor ist keine Beschäftigung bei der Gemeinde bzw. beim selben Dienstgeber erfolgt bzw.
  • für Gemeindeverbände: mindestens 2 Jahre zuvor ist keine Beschäftigung beim selben Dienstgeber erfolgt.

Die Gewährung der Integrationsbeihilfe ist auch möglich, wenn ein befristetes Arbeitsverhältnis für mindestens 6 Monate eingegangen wird.

Förderbarer Personenkreis:

  • begünstigt behinderte Personen iSd BEinstG - Feststellung der Begünstigteneigenschaft durch Bescheid
  • Ausnahme: Bei Personen unter 24 Jahre, die eine Lehrausbildung bei der Gemeinde absolvieren sind das Vorliegen einer Behinderung ab 50% sowie eines Behindertenpasses erforderlich.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen können auch ausländische StaatsbürgerInnen gefördert werden — nähere Auskünfte dazu beim Bundessozialamt.

Quellen

  • Handbuch der Behinderteneinstellung4. Wien: LexisNexis ARD Orac 2003
  • BMSK: Richtlinien zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung. www.bundessozialamt.gv.at
  • Schmitt, Reinhard: Behinderte beschäftigen - Förderungen auch ohne Kündigungsschutz. Seminarunterlage (12.11.2003), S. 17
  • BMSG: Förderungen für Gemeinden bei Neueinstellung von Menschen mit Behinderungen (gültig ab 06/2005)
  • BMSG: Förderungen für Gemeindeverbände bei Neueinstellung von Menschen mit Behinderungen (gültig ab 06/2005)
  • Bundessozialamt: Integrationsbeihilfe. www.bundessozialamt.gv.at Pfad: Bundessozialamt - UnternehmerInnen - Integrations- und Entgeltbeihilfe (18.5.2011)
  • WKO: "Integrationsbeihilfe Neu".
  • BMASK Richtlinien Individualförderungen zur Beruflichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung, GZ: 44.101/0037-IV/A/6/2012. http://www.bundessozialamt.gv.at/

Stand: 12.9.2017