Förderprogramme zur Gründung einer selbständigen Erwerbstätigkeit

(1) Zuschuss zur Begründung einer selbständigen Erwerbstätigkeit

als Hilfe zur wirtschaftlichen Selbständigkeit; Fördergeber: Sozialministeriumservice

Gesetzliche Grundlagen:

  • Behinderteneinstellungsgesetz (BEinstG), § 6 Abs 2 lit g;
  • BMASK Richtlinien Individualförderungen zur Beruflichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung, GZ: 44.101/0037-IV/A/6/2012 - gültig ab 1.7.2012

Zweck der Förderung: Diese Förderung des Bundessozialamtes dient zur Abgeltung der bei einer Gründung einer selbständigen Erwerbstätigkeit anfallenden und nachweisbaren Kosten.

Förderbarer Personenkreis ab 1.7.2012: Personen mit einem GdB von mindestens 50% (siehe dazu Punkt 4 Abs 3 der neuen Richtlinien), wenn

  • die wirtschaftliche Lage des Menschen mit Behinderung durch die Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit verbessert werden kann,
  • die erforderlichen persönlichen, rechtlichen und fachlichen Voraussetzungen für die Ausübung der angestrebten Tätigkeit vorliegen und
  • der Lebensunterhalt der behinderten Person und ihrer unterhaltsberechtigten Angehörigen durch die selbständige Erwerbstätigkeit voraussichtlich auf Dauer im Wesentlichen sichergestellt wird.

Höhe der Förderung: Zuschüsse möglich bis zu 50% der Kosten, höchstens jedoch im Ausmaß der 100-fachen Ausgleichstaxe - aktueller Wert: € 253,00 monatlich.

Rückzahlungsverpflichtung: Besteht die selbständige Erwerbstätigkeit nicht mindestens 3 Jahre, ist der Zuschuss aliquot der Dauer der selbständigen Erwerbstätigkeit zurückzuzahlen, wenn dies aus wirtschaftlicher und sozialer Sicht vertretbar ist.

Antragstellung: Vor Unternehmensgründung bei der örtlich zuständigen Landesstelle des Sozialministeriumservice. Der Antrag ist gebühren- und formfrei.

TIPP! Nähere - insbesondere auf den Einzelfall abgestimmte Informationen sowie Höhe des Zuschusses/des Darlehens - sollten direkt bei der örtlich zuständigen Landesstelle des Sozialministeriumservice eingeholt werden.

(2) Unternehmensgründungsprogramm des Arbeitsmarktservice (AMS)

Finanzielle Unterstützung zur Selbständigkeit für Personen

  • die arbeitslos sind, sich selbständig machen wollen, eine konkrete Projektidee haben und die berufliche Eignung für die Unternehmensgründung mitbringen oder
  • die im Rahmen einer Arbeitsstiftungsmaßnahme ein eigenes Unternehmen gründen

Kostenübernahme durch das AMS für

  • eine Gründungsberatung bei einem Beratungsunternehmen, das mit dem AMS zusammenarbeitet
  • eine Weiterqualifizierungsmaßnahme

Dauer: 6 bis maximal 9 Monate

ACHTUNG! Da regional unterschiedliche Förderungsvoraussetzungen möglich sind, wird empfohlen genauere Informationen bei der zuständigen regionalen Geschäftsstelle des AMS persönlich einzuholen.

TIPP! Erstinformationen zur Firmengründung auf www.gruenderservice.at (Gründerinitiative der Wirtschaftskammer).

Quellen

  • Schmitt: Behinderte beschäftigen – Förderungen auch ohne Kündigungsschutz. Seminarunterlage (12.11.2003), S. 19
  • Arbeitsmarktservice Österreich: Förderungen – Unternehmensgründungsprogramm.
  • BMASK: Richtlinien Individualförderungen zur Beruflichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung (GZ: 44.101/0037-IV/A/6/2012).

Stand: 12.9.2017