Lohnförderungen: Inklusionsförderung/InklusionförderungPlus - Entgeltbeihilfe

(1) Inklusionsförderung/InklusionsförderungPlus: NEUE Förderungen des Sozialministeriumservice im Rahmen des Inklusionspaketes für Menschen mit Behinderungen ab 1.3.2019 

  • Unternehmen mit mindestens 25 Mitarbeiter*innen in Österreich, die begünstigt behinderte Personen einstellen, können eine Inklusionsförderung beantragen. 
  • Unternehmen mit weniger als 25 Mitarbeiter*innen in Österreich, die begünstigt behinderte Personen einstellen, können eine InklusionsförderungPlus beantragen. 

Die Antragstellung selbst ist ab dem 1.3.2019 möglich. Für die Gewährung dieser Förderungen ist es erforderlich, dass das antragstellende Unternehmen den Erhalt der AMS-Eingliederungsbeihilfe nachweist. Das Ende der AMS-Eingliederungsbeihilfe muss dabei in den Zeitraum ab 1.1.2019 fallen. Der Nachweis einer behinderungsbedingten Leistungseinschränkung der Dienstnehmer*innen ist nicht erforderlich. 

Achtung! Wenn keine AMS-Eingliederungsbehilfe gewährt wurde, kann eine Entgeltbeihilfe ab dem 13. Monat nach Beginn des Dienstverhältnisses gewährt werden - in Ausnahmefällen bereits ab dem 7. Monat des Dienstverhältnisses. 

Die Förderungen werden für die Dauer von 12 Monaten gewährt.

Weitere Informationen zu den Rahmenbedingungen, zur Antragstellung sowie zur Höhe der Förderungen auf: https://www.sozialministeriumservice.at/site/Finanzielles/Foerderungen/Lohnfoerderungen/Lohnfoerderungen 

(2) Inklusionsbonus für Lehrlinge mit Behinderung ab 1.10.2019 - NEUE Förderungen des Sozialministeriumservice

Für Unternehmen, die einen Lehrling mit Behindertenpass aufnehmen. Der Inklusionsbonus ist während der gesamten Dauer der Lehrzeit/der verlängerten Lehrzeit möglich, das Alter der Lehrlinge ist irrelevant.

Die Auszahlung des Inklusionsbonus richtet sich nach der Höhe der Ausgleichstaxw und beträgt aktuell € 262 monatlich.

Ab 1.10.2019 können Lehrbetriebe den Inklusionsbonus beim Sozialministeriumservice online beantragen. Davon betroffen sind Lehr- bzw. Ausbildungsverhältnisse, die ab 1.7.2019 oder später beginnen.

Weitere Informationen zu den Rahmenbedingungen auf:https://www.sozialministeriumservice.at/site/Finanzielles/Foerderungen/Lohnfoerderungen/Lohnfoerderungen

(3) Entgeltbeihilfe: für Dienstverhältnisse ab dem 13. Monat nach Beginn des Dienstverhältnisses

Gesetzliche Grundlagen

  • Behinderteneinstellungsgesetz (BEinstG), § 6 Abs 2 lit c
  • BMASK Richtlinien Individualförderungen zur Beruflichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung, GZ: 44.101/0037-IV/A/6/2012 

Voraussetzungen (Richtlinien Punkt 7.2.1):

  • begünstigt behinderte Personen iSd § 2 Abs 1 und 3 BEinstG, die wegen ihrer Beeinträchtigung in der Erbringung ihrer vertragliche vereinbarten Arbeitsleistung maßgeblich eingeschränkt sind
  • Angleichung der beruflichen Leistungsfähigkeit kann durch technische Arbeitshilfe nicht erreicht werden
  • alle Möglichkeiten betreffend eine Erleichterung der Arbeitsorganisation bzw. eine anderweitige adäquate Verwendung des betroffenen Dienstnehmers wurden ausgeschöpft
  • es liegt ein voll sozialversicherungspflichtiges (dh über der ASVG-Geringfügigkeitsgrenze beim zuständigen Sozialversicherungsträger angemeldetes) Arbeitsverhältnis vor und die arbeits- und sozialrechtlichen Vorschriften werden eingehalten

Nachweis der Leistungsminderung: Der Dienstgeber muss die Leistungsminderung im Vergleich zu Dienstnehmer*innen ohne Behinderung glaubhaft machen. Das Sozialministeriumservice hat bei der Feststellung - unter Umständen unter Beiziehung von Gutachtern - mitzuwirken.

Antragstellung auf Gewährung der Entgeltbeihilfe beim Sozialministeriumservice ( Landesstelle OÖ, Zentrale Poststelle - Gruberstr. 63, 4021 Linz) vor Realisierung des Vorhabens. Wenn seit der Realisierung des Vorhabens noch keine 12 Monate verstrichen sind und den Förderwerber (= Dienstgeber) kein Verschulden an der verspäteten Antragstellung trifft, kann das Sozialministeriumservice vom Erfordernis der fristgerechten Antragstellung absehen.

Die Höhe der Entgeltbeihilfe richtet sich nach der Leistungsminderung, höchstens bis zu 50% der Bemessungsgrundlage - maximal jedoch € 700,00. Leistungen anderer Rehabilitationsträger sind in die Förderung einzurechnen.

Bemessungsgrundlage: betriebsübliches oder kollektivvertragliches Entgelts ohne Sonderzahlungen, Arbeitgeberbeiträge, Überstunden, Überstundenpauschalen, Zulagen, Diäten, Provisionen, Zuschläge etc. In die Berechnungsbasis können auch die Entgeltnebenkosten mit einem Pauschalbetrag von 50% des Entgelts einbezogen werden. Übersteigt das Entgelt die ASVG-Höchtsbeitragsgrundlage, so bildet dieses die Bemessungsgrundlage.

Der Zuschuss kann frühestens ab dem Monat der Antragstellung gewährt werden jeweils maximal für 1 Jahr. Wird ein Antrag auf Weitergewährung innerhalb von 3 Monaten nach Ablauf des letzen Bewilligungszeitraums eingebracht und dauert das Dienstverhältnis ohne Unterbrechung fort, kann die Förderung ohne Unterbrechung rückwirkend weiter gewährt werden.

ACHTUNG! Auf die Gewährung der Förderung besteht kein Rechtsanspruch.

Meldepflichten des Dienstgebers an das Sozialministeriumservice:

  • Beendigung des Dienstverhältnisses
  • alle Umstände, die sich auf die Höhe der Entgeltbeihilfe auswirken

Quellen

  • BMASK: Richtlinien Indivdualförderungen zur Beruflichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung (GZ: 44.101/0037-IV/6/2012). 
  • Sozialministeriumservice: www.sozialministeriumservice.at 

Stand: 26.7.2019