Pflegegeld-Änderungen im Überblick

Pflegegeldänderungen im Überblick

Gesetzliche Grundlagen

  • Pflegegeldreformgesetz 2012 - BGBl I 2011/58
  • Bundespflegegeldgesetz-Änderungen BGBl I 12/2015

(1) Pflegegeldzuständigkeit des Bundes

Seit 1.1.2012 ist der Bund allein für das Pflegegeld in Gesetzgebund und Vollziehung zuständig. Es gibt nur noch das Bundespflegegeld. Alle Landespflegegeldgesetze samt dazugehörigen Verordnungen wurden aufgehoben.

Das bedeutet: Personen, die bisher in die Zuständigkeit der Landespflegegeldgesetze gehörten, fallen seit 1.1.2012 ins System des Bundespflegegeldes. Das sind insbesondere mitversicherte Angehörige, Kinder mit Behinderung, berufstätige Erwachsene.

(2) Antragstellung - Reduktion der Pflegegeld-Entscheidungträger ab 1.1.2020

Die Gewährung und die Erhöhung von Pflegegeld sind zu beantragen. Ausnahme: Nach einem Arbeitsunfall oder bei einer Berufskrankheit kann der zuständige Träger der Unfallversicherung von sich aus ein Verfahren einleiten.

Vom 1.1.2012 bis 31.12.2013 gab es 7 zuständige Stellen für die Antragstellung. Vom 1.1.2014 bis 31.12.2019 gabe es insgesamt nur mehr 5 Entscheidungsträger für das Pflegegeld.

  • Pensionsversicherungsanstalt (PVA)
  • Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA)
  • Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB)
  • Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB)
  • Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA)

Wegen der Reform der Sozialversicherung sind ab 1.1.2020 nur noch 3 (bisher 5 ) Stellen für das Pflegegeld zuständig, Antragstellung daher nur mehr bei:

  • Pensionsversicherungsanstalt (PVA)
  • Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS)
  • Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB)

Weiterleitungspflicht: Der Pflegegeldantrag gilt ab dem Tag als eingebracht, an dem er bei der Behörde eingelangt ist. Wird ein Antrag bei der unzuständigen Behörde eingebracht, hat diese den Antrag unverzüglich an die voraussichtlich zuständige Behörde von Amts wegen weiter zu leiten.

Der Antrag gilt dann ab dem Tag als eingebracht, an dem er bei der unzuständigen Behörde eingelangt ist.

Gleichartige pflegebezogene Leistungen nach anderen in- oder ausländischen Rechtsvorschriften werden auf das Pflegegeld angerechnet.

(3) Erhöhung Pflegebedarf für Pflegegeldstufen 1 und 2 für Antragstellungen ab 1.1.2015

  • Pflegegeld-Stufe 1: Pflegebedarf von mehr als 65 (bisher 60) Stunden monatlich
  • Pflegegeld-Stufe 2: Pflegebedarf von mehr als 95 (bisher 85) Stunden monatlich

(5) Jährliche Pflegegelderhöhung ab 1.1.2020 in allen Stufen, aktuelle monatliche Werte: 

Pflegegeld-Stufe 1:

  • [alte Werte: bis 31.12.2015 € 154,20 - ab 1.1.2016 € 157,30]
  • ab 1.1.2020: € 160,80

Pflegegeld-Stufe 2:

  • [alte Werte:bis 31.12.2015  € 284,30 - ab 1.1.2016 € 290]
  • ab 1.1.2020: € 295,20

Pflegegeld-Stufe 3:

  • [alte Werte: bis 31.12.2015 € 442,90 - ab 1.1.2016 € 451,80]
  • ab 1.1.2020: € 459,90

Pflegegeld-Stufe 4:

  • [alte Werte: bis 31.12.2015 € 664,30 - ab 1.1.2016 € 677,60]
  • ab 1.1.2020: € 689,80

Pflegegeld-Stufe 5:

  • [alte Werte: bis 31.12.2015 € 902,30 - ab 1.1.2016 € 920,30] 
  • ab 1.1.2020: 936,90

Pflegegeld-Stufe 6:

  • [alte Werte:bis 31.12.2015  € 1.260 - ab 1.1.2016 € 1.285,20] 
  • ab 1.1.2020: € 1308,30

Pflegegeld-Stufe 7:

  • [alte Werte: bis 31.12.2015 € 1.655,80 - ab 1.1.2016 € 1.688,90]
  • ab 1.1.2020: € 1719,30

Stand: 7.5.2020