Rehabilitation

Überblick: medizinische - berufliche - soziale Maßnahmen


Wer ist zuständig:

  • Unfallversicherungsträger
  • Pensionsversicherungsträger
  • Arbeitsmarktservice
  • Bundessozialamt

(1) Unfallversicherungsträger (zB AUVA)

-) Personenkreis: Arbeitnehmer (inklusive geringfügig Beschäftigte) sowie Schüler und selbständig Erwerbstätige nach einem Arbeitsunfall/wegen Berufskrankheit.

-) Voraussetzungen: Bisheriger Beruf kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden oder bei einer Fortsetzung ist eine Verschlechterung der Folgen des Arbeitsunfalls/der Berufskrankheit zu befürchten bzw. es droht die Entstehung einer Berufskrankheit.

-) Ziel/Zweck: Rückkehr in den früheren Beruf oder - wenn dies nicht möglich ist - Umstieg in einen neuen Beruf.

-) Die Rehabilitation umfasst medizinische, berufliche und soziale Maßnahmen. Beispiele für Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation: Berufsfindung, Arbeitserprobung; Berufliche Aus- und Weiterbildung; Gewährung von Zuschüssen, Darlehen und/oder sonstigen Hilfsmaßnahmen, damit die bisherige Erwerbstätigkeit fortgesetzt werden kann; Förderung von Arbeitsplätzen durch „Abgeltung einer Minderleistung“; Hilfe zur Erlangung einer Arbeitsstelle oder einer anderen Erwerbsmöglichkeit; Arbeitsplatzadaptierung; Finanzieren einer Lenkerberechtigung; Mithilfe bei der Finanzierung bzw. Adaptierung von für die Berufsausübung notwendigen Kfz, etc.

TIPPS!

  • Während der Dauer der beruflichen Rehabilitation kann von der Unfallversicherung Übergangsgeld gewährt werden. Bereits im Unfallspital erfolgt eine Rehabilitationsberatung durch ausgebildete Rehabilitationsberater der Unfallversicherungsträger.
  • Kontakt: www.auva.at

(2) Pensionsversicherungsträger (zb PVA)

-) Personenkreis: von Berufsunfähigkeit/Invalidität bedrohte Arbeitnehmer

-) Voraussetzungen:

  • Berufsschutz liegt vor und
  • Voraussetzungen für Leistungsanspruch auf I-/BU-Pension sind erfüllt und
  • Berufsunfähigkeit/Invalidität liegt vor oder droht ohne entsprechende Maßnahme.

-) Ziel/Zweck: Abwendung einer drohenden Minderung der Arbeitsfähigkeit, die zu einer Pensionierung führen könnte. Rehabilitationsmaßnahmen sind auch für Pensionisten möglich, wenn die Aussicht besteht, dass dadurch die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt werden kann.

„Rehabilitation vor Pension“, dh Rückkehr in den früheren Beruf oder - wenn dies nicht möglich ist - Umstieg in einen neuen Beruf.

-) Die Rehabilitation umfasst medizinische, berufliche und soziale Maßnahmen. Beispiele für Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation: Berufsfindung, Arbeitserprobung; Berufliche Aus- und Weiterbildung; Gewährung von Zuschüssen, Darlehen und/oder sonstigen Hilfsmaßnahmen, damit die bisherige Erwerbstätigkeit fortgesetzt werden kann; Förderung von Arbeitsplätzen durch „Abgeltung einer Minderleistung“; Hilfe zur Erlangung einer Arbeitsstelle oder einer anderen Erwerbsmöglichkeit; Arbeitsplatzadaptierung; Finanzieren einer Lenkerberechtigung; Mithilfe bei der Finanzierung bzw. Adaptierung von für die Berufsausübung notwendigen Kfz, etc. Beispiele für Maßnahmen der sozialen Rehabilitation: zinsenfreies Darlehen zur Adaptierung der Wohnung, zur Beschaffung eines behindertengerechten Motorfahrzeuges.

TIPP! Bei medizinischen oder beruflichen Rehabilitationsmaßnahmen wird ein Übergangsgeld im Ausmaß der fiktiven Pension wegen geminderter Arbeitsfähigkeit (Berufsunfähigkeit/Invalidität) bzw. Erwerbsunfähigkeit gewährt.

Rehabilitationszentren der Pensionsversicherungsträger:

  • Herz- und Kreislauferkrankungen: Felbring, Hochegg (NÖ); Bad Tatzmannsdorf (Bgld); St. Radegund (Stmk); Bad Hall, Bad Ischl (OÖ); Großgmain, Saalfelden (Sbg).
  • Krankheiten des Skeletts, der Muskeln und des Bindegewebes: Baden, Laab im Walde (NÖ); Bad Schallerbach, Bad Ischl (OÖ); Gröbming (Stmk); Badgastein, Bad Hofgastein (Sbg).
  • Innere Erkrankungen: Bad Aussee, Bad Gleichenberg (Stmk).
  • Erkrankungen der Atemwege: Weyer (OÖ).
  • Stoffwechselerkrankungen: Aflenz (Stmk); Alland (NÖ).
  • Neurologische Erkrankungen: Rosenhügel (Wien).

PVA Pilotprojekt „Gesundheitsvorsorge Aktiv“

Seit 1.1.2014 wird die „Gesundheitsvorsorge Aktiv – GVA“ vorerst befristet bis 31.12.2015 von der PVA in 4 Betrieben angeboten: Humanomed Zentrum Althofen, Gesundheitszentrum Bad Sauerbrunn, Moorheilbad Harbach, Alpenmoorbad Strobl. Um Krankenstände zu verringern, sollen Menschen rechtzeitig dazu motiviert werden, ihr Leben in Richtung mehr Gesundheit zu verändern.

Am neuen Kurmodell teilnehmen können Personen zwischen 30 und 55 Jahren, die gesundheitliche Schwierigkeiten ausschließlich mit dem Bewegungs- und Stützapparat haben und zum ersten Mal eine Kur beantragen. Da die GAVA in erster Linie der Erhaltung der Arbeitsfähigkeit dient, sind Pensionisten ausgeschlossen. Personen mit befristeter IP/BUP können hingegen an diesem Pilotprojekt teilnehmen.

Die GVA-Teilnehmer sollen dabei unterstützt werden, ihren Lebensstil positiv zu beeinflussen und ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Es gibt ein therapeutisches Basismodul mit einem höheren Anteil an aktiven Therapieformen und mit den individuellen Schwerpunkten Bewegung, Ernährung oder Mentale Gesundheit. Aus Präventionsgründen werden passive Therapien (zB Massage) stark reduziert und viel mehr aktive Elemente (zB Gymnastik, medizinische Trainingstherapie, Wandergruppen) eingebaut.

Der GVA-Antrag wird direkt vom Haus- oder Facharzt gestellt.

Rückfragen: PVA, www.pensionsversicherung.at

(3) Arbeitsmarktservice

-) Personenkreis: beim AMS arbeitslos/arbeitsuchend gemeldete Personen

-) Voraussetzungen: erlernter/zuletzt ausgeübte Beruf kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden.

-) Ziel/Zweck: (Wieder)Eingliederung in den Arbeitsmarkt

-) Beispiele für Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation: Berufsfindung, Berufsorientierung; Berufliche Ausbildung, Qualifizierung; Beihilfe zu Kurskosten; Existenzsicherung; Berufspraktische Trainings in Rehabilitationseinrichtungen und Betrieben; Lohnsubventionen; Lehrstellenförderung

Kontakt: www.arbeitsmarktservice.at

(4) Bundessozialamt

-) Personenkreis: Menschen mit einer körperlichen, seelischen, geistigen Behinderung oder Sinnesbehinderung (inkl. sozial und emotional gehandikapte Jugendliche zwischen dem 13. und vollendeten 24. Lebensjahr), die aufgrund der Art oder des Ausmaßes ihrer Behinderung ohne Hilfsmaßnahmen einen Arbeitsplatz nicht erlangen/beibehalten können.

-) Ziel/Zweck: Erlangung/Sicherung eines Arbeitsplatzes

-) Beispiele für Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation: Entgeltbeihilfe; Integrationsbeihilfe; Ausstattung mit technischen Arbeitshilfen; Übernahme von Schulungs- und Weiterbildungskosten; Gewährung eines PKW-Zuschusses.

Folgende Förderungen sind nur Personen, die begünstigt behindert iSd § 2 Abs 1 und 3 BEinstG sind oder dem Personenkreis des § 10a Abs 3 BEinstG angehören zugänglich: Entgeltbeihilfe; Ausbildungsbeihilfen; Orientierungs- und Mobilitätstraining; Anschaffen eines Blindenführhundes; Mobilitätshilfen.

Kontakt: www.bundessozialamt.gv.at

Quellen

  • AK NÖ bzw. AK OÖ: Zielgruppen der Rehabilitation und Zuständigkeiten im Überblick. www.arbeiterkammer.com Pfad: Beratung/Bildung/Aus- und Weiterbildung für Erwachsene/berufliche Umschulung (2.11.2011)
  • AK NÖ bzw. AK OÖ: Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation im Überblick. www.arbeiterkammer.com Pfad: Beratung/Bildung/Aus- und Weiterbildung für Erwachsene/berufliche Umschulung (2.11.2011)
  • Soziale Sicherheit 7-8/2011. S 381, 390.

Stand: 7.12.2015