Zuschuss zur Abgeltung eines laufenden behinderungsbedingten Mehraufwands von Unternehmer*innen: Sicherungsförderung für Selbständige

Gesetzliche Grundlagen:

  • Behinderteneinstellungsgesetz (BEinstG), § 6 Abs 2 lit g;
  • BMASK Richtlinien Individualförderungen zur Beruflichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung, GZ: 44.101/0037-IV/A/6/2012 - gültig ab 1.7.2012

Zielgruppe

  • Menschen mit Behinderung, die einer selbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen
  • Kleinstunternehmen, in denen der Unternehmer mit Behinderung hauptsächlich selbst tätig ist

Überbrückungszuschuss für Selbständige

Voraussetzungen:

Menschen mit Behinderung mit einem GdB von mindestens 50% (Achtung! Status "begünstigt behindert" ist nicht erforderlich), die als Einzelunternehmer*innen

  • einer selbständigen Erwerbstätigkeit in Unternehmen mit maximal 5 Mitarbeiter*innen bei Antragstellung nachgehen und
  • der behinderungsbedingte Mehraufwand für die unternehmerische Tätigkeit eine maßgebliche Belastung darstellt.

Einzelunternehmer*innen gleich zu achten sind:

  • landwirtschaftliche Betriebsführer*innen oder ähnliches, auch wenn sie den Betrieb iS von §§ 2a und 2b BSVG gemeinsam führen
  • geschäftsführende Alleingesellschafter*innen von juristischen Personen

 

Höhe und Dauer der Förderung

Die monatliche Förderung wird in Höhe der monatlichen Ausgleichstaxe, d.h. für 2020: € 267,00 monatlich, gewährt.

Dieser Betrag kann verdoppelt werden, wenn der/die Unternehmer/in

  • regelmäßig nicht mehr als ein halbes Vollzeitäquivalent als Arbeitnehmer/-in beschäftigt und
  • aufgrund längerer Abwesenheit (bedingt durch die Behinderung, wie zB Krankenstand, Kuraufenthalt) eine Ersatzkraft einstellen muss und
  • der Bestand des Unternehmens durch die Abwesenheit gefährdet wäre

Bei Vorliegen dieser besonderen Umstände kann dann für die Dauer der Gefährdung  ein erhöhter Förderbetrag gewährt werden. 

Förderdauer:

  • maximal 6 Monate
  • bei gleichbleibenden Voraussetzungen Förderung wiederholt möglich
  • erhöhter Förderbetrag: für die Dauer der Gefährdung

Antragstellung

Förderansuchen sind beim Sozialministeriumservice (Zentrale Poststelle, Gruberstraße 63, 4021 Linz) vor Realisierung des Vorhabens einzubringen. Das Antragsformular gibt es auf www.sozialministeriumservice.at 

Auf die Gewährung einer Förderung besteht kein Rechtsanspruch!

Informationen auf https://sozialministeriumservice.at/Finanzielles/Foerderungen/Foerderungen_DienstgeberInnen/Foerderungen_fuer_behinderte_Unternehmer_und_Unternehmer.de.html

Überbrückungszuschuss-Corona

Der bestehende Überbrückungszuschuss (derzeit € 267 monatlich), steht begünstigten Behinderten, deren Tätigkeit wegen der Corona-Pandemie bedroht ist, auch OHNE Nachweis des behinderungsbedingten Mehrbedarfs zur Verfügung. Einbringen der Anträge Überbrückungszuschuss-Corona bis inklusive 30.6.2020 (je nach Entwicklung der COVID-19 Pandemie wird eine Verlängerung geprüft) möglich, der Überbrückungszuschuss-Corona kann für eine Dauer von 3 Monaten gewährt werden. Wenn auch ein nicht rückzahlbarer Zuschuss aus dem WKO Härtefall-Fonds für Selbständige gewährt wird, ist diese Einmalzahlung nicht auf den Überbrückungszuschuss-Corona anzurechnen. Die akute Bedrohungssituation wird vom SMS dann vor dem Hintergrund des gewährten Zuschusses aus dem WKO Härtefall-Fonds bewertet.

Diese Infos plus Antragsformular auf https://sozialministeriumservice.at/Ueber_uns/News_und_Veranstaltungen/News/COVID-19_Massnahmen_im_Bereich_der_Lohn--Individualfoerd.de.html

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Quellen

Stand: 30.9.2020