Förderung der Schulungs- und Ausbildungskosten

Gesetzliche Grundlagen

  • Behinderteneinstellungsgesetz (BEinstG), § 6 Abs 2 lit e
  • BMASK Richtlinien Individualförderungen zur Beruflichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung, GZ: 44.101/0037-IV/A/6/2012 - gültig ab 1.7.2012

Schulungskosten (RL Punkt 8.1)

1) Kosten für Schulung, Weiterbildung oder Arbeitserprobung eines Menschen mit Behinderung zur Erlangung eines Arbeitsplatzes (RL Punkt 8.1 Abs 1):

Das Sozialministeriumservice kann diese Kosten übernehmen, wenn sie zur beruflichen Integration eines Menschen mit Behinderung notwendig sind und nicht von anderen Stellen übernommen werden.

Förderbarer Personenkreis (siehe RL Punkt 4 Abs 1): Menschen mit körperlichen, psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen oder Beeinträchtigungen der Sinne, die einen GdB von mindestens 30% aufweisen und auf Grund der Art oder des Ausmaßes ihrer Beeinträchtigung ohne Unterstützungsangebote einen Arbeitsplatz nicht behalten können. Dazu zählen auch Jugendliche mit Lernschwierigkeiten oder sozialen und emotionalen Beeinträchtigungen bis zum vollendeten 24. Lebensjahr, deren Auswirkungen zumindest einem GdB von 30% entsprechen.

2) Kosten externer Schulungen- oder Weiterbildungen (RL Punkt 8.1 Abs 2):

  • Liegt ein aufrechtes Dienstverhältnis / eine aufrechte selbständige Erwerbstätigkeit vor, so kann das Bundessozialamt die im Zusammenhang mit der Behinderung anfallenden Kosten externer Schulungen oder Weiterbildungen ZUR GÄNZE übernehmen.
  • Sind für die Sicherung des Arbeitsplatzes externe Schulungs- oder Weiterbildungsmaßnahmen erforderlich können die dafür anfallenden Kosten zu 50% ersetzt werden, auch wenn diese Maßnahmen in keinem Zusammenhang mit der Behinderung stehen.

3) Kosten einer Begleitperson oder eines Dolmetschers (RL Punkt 8.1 Abs 3):

Benötigt ein Mensch mit Behinderung eine Begleitperson oder einen Dolmetsch, um an einer beruflichen Schulungs- oder Weiterbildungsveranstaltung teilnehmen zu können, können die dafür anfallenden Kosten übernommen werden.

Ausbildungsbeihilfen (RL Punkt 8.2)

Können vom Sozialministeriumservice für den behinderungsbedingten Mehraufwand im Rahmen einer Schul- oder Berufsausbildung gewährt werden. Der Mehraufwand ist vom Förderwerber nachzuweisen.

Die Antragstellung erfolgt beim Sozialministeriumservice (Achtung! ab 1.2.2016: Landesstelle OÖ, Zentrale Poststelle - Gruberstr. 63, 4021 Linz).

Förderbarer Personenkreis (RL Punkt 8.2.1): Personen mit Behinderung mit mindestens 50% GdB sowie Jugendliche mit mindestens 30% GdB, die sich in integrativer Berufsausbildung befinden

Für folgende Schul- oder Berufsausbildungen kann die Ausbildungsbeihilfe genehmigt werden:

  • Eine im § 3 des Studienförderungsgesetzes 1992 oder eine im § 1b des Schülerbeihilfengesetzes 1983 genannte Unterrichtseinrichtung oder die Pflichtschule in einem Internat – Ausbildungsnachweis: Schulbesuchsbestätigung (Schüler); Inspriptionsbestätigung (Studierende)
  • Vorbereitungslehrgang für die Studienberechtigungsprüfung – Ausbildungsnachweis: Lehrgangsbesuchsbestätigung
  • Lehrausbildung – Ausbildungsnachweis: Lehr- oder Ausbildungsvertrag
  • Ausbildung zum Krankenpflegefachdienst oder Ausbildung in einer Hebammenlehranstalt – Ausbildungsnachweis: Schulbesuchsbestätigung
  • Nach Beendigung der Pflichtschule Teilnahme an einer Schul- oder Berufsausbildung in einer Unterrichts- oder Ausbildungseinheit, deren Zeugnisse staatlich anerkannt sind – Ausbildungsnachweis: Schulbesuchsbestätigung
  • Vergleichbare Schul- oder Berufsausbildung im Ausland – Ausbildungsnachweis: vergleichbare Nachweise

Höhe und Dauer der Beihilfe:

Die Beihilfen können jeweils maximal für 12 Monate gewährt werden.

Für die Dauer der Ausbildung kann maximal eine monatliche Beihilfe in Höhe der Ausgleichstaxe - das sind € 253,00 - genehmigt werden. Der Antragsteller hat das Vorliegen eines behinderungsbedingten Mehraufwandes nachzuweisen. Liegen nachweisbar höhere Kosten vor, können diese bis zur Höhe der dreifachen Ausgleichstaxe monatlich ersetzt werden.

Meldepflichten - Vom Förderungswerber unverzüglich zu melden sind:

  • Jede Unterbrechung der Schul- oder Berufsausbildung
  • Abbruch der Schul- oder Berufsausbildung
  • Vorzeitiger Abschluss der Schul- oder Berufsausbildung
  • Jede Änderung des Ausbildungsziels oder der Studienrichtung

Quellen

  • Handbuch der Behinderteneinstellung4. Wien: LexisNexis ARD Orac 2003
  • BMASK: Richtlinien Individualförderungen zur Beruflichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung (GZ: 44.101/0037-IV/A/6/2012).

Stand: 8.4.2016