Versehrtenrente - Bemessung

Ausgangslage:

BezieherIn einer Versehrtenrente. Erster Arbeitsunfall 1990 - Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) € 30%. KlientIn war zu diesem Zeitpunkt unselbständig erwerbstätig. 2004 erlitt KlientIn, inzwischen selbständig erwerbstätig, einen weiteren Arbeitsunfall - MdE 40%. Insgesamt wurde vom zuständigen Träger der Unfallversicherung ein Grad der MdE von 70% festgestellt.  

Anliegen:

Wie erfolgt die Berechnung der Höhe der Versehrtenrente, wenn 2 Arbeitsunfälle vorliegen?   

 

Informationsweitergabe:

Grundsätzlich gilt folgendes:

Die Höhe der Versehrtenrente hängt vom Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit und von der Bemessungsgrundlage ab.

§ 210 ASVG regelt die Entschädigung aus mehreren Versicherungsfällen: Wenn ein Versehrter neuerlich durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit geschädigt wird und die Gesamtminderung der Erwerbsfähigkeit mindestens 20% erreicht, ist spätestens vom Beginn des 3. Jahres nach dem Eintritt des letzten Versicherungsfalles eine Gesamtrente festzustellen.

Die Grade der Minderung der Erwerbsfähigkeit sind zusammenzurechnen.

Die Gesamtrente ist nach der höchsten für die einzelnen Versicherungsfälle nach dem ASVG (Allgemeines Sozialversicherungsgesetz) in Betracht kommenden Bemessungsgrundlage zu bestimmen.

Zum vorliegenden Fall: Welche Bemessungsgrundlage ist höher? Bemessungsgrundlage aus selbständiger Erwerbstätigkeit (geregelt in § 181 ASVG, Beitragsgrundlage ist ein fixer Grundbetrag) oder die aus unselbständiger Tätigkeit (geregelt in § 179 ASVG, Bemessungsgrundlage ist die Summe der allgemeinen Beitragsgrundlagen zuzüglich der beitragspflichtigen Sonderzahlungen des letzten Jahres vor Eintritt des Versicherungsfalles).

Stand: 16.5.2019