geringfügige Beschäftigung und Krankheitsfall

Ausgangslage:

Klientin ist begünstigt behindert und arbeitet seit kurzem geringfügig in einer Buchhandlung.

Anliegen:

Was passiert, wenn Klientin längere Zeit im Krankenstand ist? Was ist im Krankheitsfall zu tun? 

 

Informationsweitergabe:

Auch geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer sind verpflichtet, den Arbeitgeber im Krankheitsfall von ihrer Arbeitsunfähigkeit unverzüglich in Kenntnis zu setzen. Auf Verlangen des Dienstgebers hat der Dienstnehmer auch eine Bestätigung über die Arbeitsunfähigkeit vorzulegen. Diese Krankenstandsbestätigung ist eine Bescheinigung, in der ein Arzt die Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers dem Arbeitgeber gegenüber bestätigt. In der Krankenstandsbestätigung hat der Arzt auch die „Dauer“ bzw. die „voraussichtliche Dauer“ der Arbeitsunfähigkeit anzugeben.

Geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer sind nur in der Unfallversicherung pflichtversichert, haben jedoch auch Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber. 

Wenn die Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers erschöpft ist:

Der selbstversicherte Arbeitnehmer (Selbstversicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung nach § 19a ASVG) erhält von der Krankenkasse Krankengeld.
Der nicht selbstversicherte Arbeitnehmer erhält kein Krankengeld von der Krankenkasse.

Bleibt der Arbeitnehmer nach Erschöpfung der Entgeltfortzahlungspflicht weiter im Krankenstand und dauert das Dienstverhältnis an, muss der Arbeitgeber weiterhin die Unfallversicherung bezahlen.

Es ist jedoch auch möglich, den Arbeitnehmer während seines Krankenstandes zu kündigen. Es gibt jedoch auch Kollektivverträge oder Betriebsvereinbarungen, die einen Kündigungsschutz bei Krankheit vorsehen. Handelt es sich um einen begünstigt behinderten Arbeitnehmer, muss der Arbeitgeber jedenfalls vorab beim Behindertenausschuss um Zustimmung zur Kündigung ansuchen.

Stand: 2.6.2010