Familienhospizkarenz, Kranken- und Pensionsversicherung

Ausgangslage:

KlientIn möchte die Familienhospizkarenz in Anspruch nehmen und die Arbeitszeit von Vollzeit auf Teilzeit im Ausmaß von 20 Stunden/Woche reduzieren. 

Anliegen:

Wie sieht die Absicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung während der Familienhospizkarenz bei Reduzierung der Arbeitszeit aus?

 

Informationsweitergabe:

Gesetzliche Regelung: Arbeitslosenversicherungsgesetz 1977 - AlVG, §§ 29f

(1) Wenn die Arbeitszeit herabgesetzt wird und aus dem Dienstverhältnis ein Entgeltanspruch über der Geringfügigkeitsgrenze besteht: In diesem Fall ist der Arbeitnehmer weiterhin aufgrund seines Arbeitsverhältnisses in die Kranken- und Pensionsversicherung einbezogen.

  • In der Krankenversicherung besteht im Krankheitsfall ein Anspruch auf Sachleistungen und ein vom versicherungspflichtigen Entgelt abhängiger Anspruch auf Krankengeld.
  • In der Pensionsversicherung wird die Beitragsgrundlage in der Pensionsversicherung von dem der verringerten Arbeitszeit entsprechenden Arbeitsentgelt auf € 1.570,35 (Wert 2012) aufgestockt, um mögliche pensionsmindernde Auswirkungen zu minimieren.

(2) Wenn das Arbeitsentgelt auf Grund der Familienhospizkarenz unter der Geringfügigkeitsgrenze liegt oder das Entgelt zur Gänze entfällt:In diesem Fall ist eine gesonderte Absicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung erforderlich:

  • Es erfolgt eine Einbeziehung in die Krankenversicherung mit einer Beitragsgrundlage in der Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes für Alleinstehende - aktueller Wert. Es besteht eine Sachleistungsversicherung in der Krankenversicherung aber kein Anspruch auf Krankengeld.
  • In der Pensionsversicherung werden diese Dienstnehmer so gestellt als ob sie für die Zeit der Familienhospizkarenz € 1.570,35 (Wert 2012) monatlich verdienen würden, dh es werden Versicherungszeiten mit einer Beitragshöhe von € 1.570,35 (Wert 2012) erworben

Die Krankenversicherungsbeiträge werden aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung, die Pensionsversicherungsbeiträge vom Bund getragen.

Vorgehensweise:

Der Arbeitgeber hat die erforderliche Familienhospizkarenzmeldung beim zuständigen Krankenversicherungsträger zu machen. Die Vormerkung der Kranken- und/oder Pensionsversicherung wegen Familienhospizkarenz erfolgt dann durch den zuständigen Krankenversicherungsträger.

TIPPS!

  • Der Arbeitnehmer sollte beim zuständigen Krankenversicherungsträger selbst nachfragen, ob eine Meldung seines Arbeitgebers eingetroffen ist und die entsprechenden Absicherungen in der Kranken- und Pensionsversicherung veranlasst wurden.
  • Nähere Auskünfte beim BMASK - Manfred Clemenz, T 01/711 00/2167

Quelle:

  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK), Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ): Familienhospizkarenz — Informationen zur Familienhospizkarenz (Broschüre) - Stand Jänner 2012, S 21ff — zum Herunterladen auf www.bmask.gv.at

Stand: 11.7.2012