Geschützte Arbeit - Integrativer Betrieb - Beschäftigungstherapie

Begriffsklärung


Geschützte Arbeit

Der Begriff Geschützte Arbeit bezeichnet einen geförderten Arbeitsplatz auf dem freienArbeitsmarkt. Das heißt, hier werden keine speziellen Projekte oder Betriebe eingerichtet, sondern es wird ein Arbeitsplatz in einem Unternehmen der freien Wirtschaft z.B. mittels Lohnkostenzuschuss gefördert, wenn ein Arbeitnehmer auf Grund einer Behinderung dauerhaft nicht in der Lage ist, die volle Arbeitsleistung zu erbringen.

Integrativer Betrieb (früher „geschützte Werkstätte“)

Ist für jene Personen, die aufgrund der Art und Schwere ihrer Behinderung nicht auf dem freien Arbeitsmarkt tätig sein können. Die betreffenden Personen müssen jedoch eine gewisse Leistungsfähigkeit mitbringen, um in einem Integrativen Betrieb mitarbeiten zu können. Integrative Betriebe sind vor allem auf industrielle Fertigung ausgerichtet und in verschiedensten Branchen (z.B. Holz-, Metall- und Kunststoffverarbeitung) vertreten.

Die Aufnahme in den Integrativen Betrieb erfolgt nach Anhörung eines Sachverständigenteams, bestehend aus je einem Vertreter des Landes (Behindertenhilfe), der Landesgeschäftsstelle des AMS, der zuständigen Landesstelle des Bundessozialamtes und der Geschäftsführung des Integrativen Betriebes.

Die Beschäftigung in einem Integrativen Betrieb unterliegt den Bestimmungen des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) — es besteht Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung. Weiters ist die kollektivvertraglich festgelegte Entlohnung zu berücksichtigen.

Beschäftigungstherapie

Ist für Menschen, deren Leistungsfähigkeit aufgrund ihrer Behinderung so weit herabgesetzt ist, dass eine Erwerbstätigkeit nicht möglich ist. Die Beschäftigungstherapie wird in Tagesheimstätten und in Einrichtungen mit Wohnheimen angeboten. Menschen mit Behinderungen werden sozial eingegliedert — ähnlich wie bei einer beruflichen Tätigkeit. Durch fachkundige Betreuung, sinnvolle und nützliche Beschäftigung sollen ihre Fähigkeiten gefördert und weiterentwickelt werden. In den Tagesheimstätten gibt es keine Entlohnung, sondern ein Taschengeld.

ACHTUNG - NEU! Ab 1.1.2011 werden Personen mit Behinderung, die in Einrichtungen der Beschäftigungstherapie tätig sind, in die gesetzliche Unfallversicherung einbezogen. Für diese Personengruppe besteht nun auch bei Arbeitsunfällen in der Beschäftigungstherapie sowie auf dem Weg zur Einrichtung ein Unfallversicherungsschutz.

Die Aufnahme in eine Einrichtung der Beschäftigungstherapie erfolgt nach Anhörung eines Sachverständigenteams, das aus Ärzten, Psychologen, diplomierten Sozialarbeitern und Berufsberatern besteht. Der Antrag auf Beschäftigungstherapie kann formlos bei der zuständigen Behörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) eingebracht werden.

Stand: 13.12.2010